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Kreativbloggen mit Selbstironie – Ein Interview mit Sabine Güllich

von Karsten Marowski / 0 Kommentare
20.01.2012 um 13:47 Uhr

1.) Erzähl was über Dich: wo bist Du geboren, aufgewachsen? Wo lebst Du zur Zeit?

Hi, ich bin Bine! Ich fühle mich gerade schon ein bisschen geehrt, dass ich heute hier sein darf! Auch freue ich mich, dass Karsten mir freundlicherweise einen kleinen Fragen- katalog geschickt hat, so dass ich jetzt nicht einen ganzen Text über mich schreiben muss. Das ist nämlich schlimmer, als es sich anhört. :-) Also los geht’s:

Geboren wurde ich am schönen Niederrhein und habe dort bis zu meinem 19. Lebens- jahr gelebt. Nach dem Abi habe ich mich für ein Jahr aus dem Staub gemacht. In der Nähe von Washington D.C. arbeitete ich zwölf Monate als Au Pair. Drei zuckersüße, leicht übergewichtige Kids hatte ich täglich in meiner Obhut. Rückblickend würde ich sagen: dieses eine Jahr war eines meiner einer schönsten “Jugendjahre”. Im Anschluss daran bin ich gleich nach Köln weitergezogen. Das war schon als Kind ein riesengroßer Wunsch von mir!  Dort habe ich eine Ausbildung gemacht, meinen Mann kennengelernt und lebe heute mit ihm und unseren zwei Kindern vor den Toren meiner Lieblingsstadt.

2.) Möchtest Du was über Deinen Werdegang erzählen? Schule, Ausbildung, Beruf?

Siehe oben. Nein, im Ernst: Ich bin gelernte Hotelfachfrau. Gleich nach meiner Aus- bildung habe ich im Sales/Vertrieb angefangen und diesen Job neun Jahre mit viel Freude gemacht. Wirklich! Ich hatte das große Glück, in dieser Zeit in drei großen und namhaften Hotels in Köln arbeiten und unglaublich viele und interessante Menschen kennenlernen zu dürfen. Meine Aufgabe war es, die Firmenkunden der Hotels zu betreuen und Übernachtungsverträge zu vereinbaren. In der Elternzeit habe ich angefangen, mal wieder die Nähmaschine rausszukramen. Was als Hobby anfing, ist heute mein Job.

3.) Was hattest Du für Hobbys als Kind / Jugendliche? Hast Du immer schon gern genäht, gezeichnet, fotografiert? Warst Du immer schon eine Leseratte? :)

Ja, ja, ja und nochmals ja! Kunst war immer mein liebstes Fach. Allerdings nur bis zur Mittelstufe. Danach hatten wir einen grauenhaften Lehrer, der mir die Lust am “kreativ- sein” leider nahm. Fotografiert habe ich auch schon immer gerne. Ich habe unzählige Fotos von meiner damaligen Clique, unseren Feiern und Ausflügen (was im Notfall echtes Erpressungsmaterial wäre :-) ). In der Abizeitung stand damals beim “N” in meinem Name “N-ie ohne meine Kamera”. :-) Das Nähen kam erst später. Ich habe es zwar in der Schule gelernt und noch als junges Mädchen meine Lieblingsjeans mit der Nähmaschine aufgepeppt, die meine Mutter leider eines Tages entsorgte (was ich ihr lange nicht verzeihen konnte ;-) ), aber während der Ausbildung und meines Berufes wurde meine kreative Ader ziemlich auf Eis gelegt. Das ging dann erst wieder in der Elternzeit richtig los. Lesen ist, neben der Fotografie, sowieso eine große Leidenschaft von mir!

4.) Was war Deine erste Begegnung mit dem Internet?

Ich glaube, dass ich 1997, oder 1998 das erste Mal so richtig mit dem Internet in Berührung kam. Ich erinnere mich, dass dann irgendwann in den Büros meiner Arbeits- stellen sog. Internet-Computer aufgestellt wurden. Nur an diesen durfte man ins Internet, weil man Angst hatte, dass das Internet die Bürocomputer mit Viren verseuchen könnte. Es gab nur eine zentrale Email-Adresse für das komplette Büro und die wurde auch nur einmal täglich abgerufen. Heute unvorstellbar. :-) Damals war ich übrigens immer die Internet-Beauftrage in den Büros und habe für meine Kollegen die Mails ausgedruckt. Herrlich! Ich finde es toll, dass ich die Entwicklung dieses Mediums live miterleben durfte. An die Umstellung von schwarz-weiß-TV zu Farbe kann ich mich z.B. kaum noch erinnern. :-)

5.) War „Was Eigenes“ Dein erstes Blog? Gab es den Blog vor dem Dawanda-Shop oder erst danach? Wie kam es dazu? Stell „Was Eigenes“ kurz vor.

Ende 2007 surfte ich durch’s Internet auf der Suche nach irgendwas. Dabei stieß ich auf einen Blog, der mich sofort fesselte, denn bisher waren mir Blogs noch nicht wirklich bekannt und geläufig. Mir gefiel die Art, wie die Blogschreiberin Ihre Gedanke, Fotos und Ideen preis gab. (Der Blog hieß übrigens “Christas Tagebuch”; gibt es heute nicht mehr). In den folgenden Tagen habe ich immer wieder auf diesen Blog geklickt, habe gelesen und gelesen und mich von dort weiter zu anderen Blogs geklickt. Ich wurde quasi hineingezogen in die Bloggerwelt. Irgendwann wollte ich dann auch einen Blog schreiben, was mein Mann für eine ziemlich bescheuerte Idee hielt. Heute ist er mein größter Fan! Den Dawanda Shop gab es schon vorher. Erst später habe ich gemerkt, wie gut und wichtig das Zusammenspiel zwischen Shop & Blog ist. Mittlerweile schreibe ich zwei Blogs. Zusammen mit meiner Freundin Caro, die ich übrigens auch übers Bloggen kennengelernt hatte, habe ich Anfang 2011 einen Buchblog gegründet. Auf der “lesenden Minderheit” schreiben wir über Bücher, die wir gelesen haben.

6.) Welche weiteren Online-Angebote gibt es von Dir?

Lass mich überlegen…. gleich nach dem Start meines Blogs bin ich auf Flickr aufmerksam geworden. Dort lade ich meist eine Auswahl meiner im Blog gezeigten Bilder hoch. Dann kam Facebook und Twitter, dann google+ und durch das Knipsen mit dem Iphone, was ich auch immer wieder gerne mache, bin ich irgendwann bei Instagram gelandet. Ach ja und dann gibt es noch Pinterest. Das ist aber mehr eine Sucht, als eine Präsenz. Wenn ihr mal einen ganzen Abend vor dem Laptop vertrödeln wollt, dann seid Ihr bei Pinterest genau richtig! Unglaublich, was man dort für wunderbare, ausgefallene und witzige Ideen findet. Ich tummel mich am liebsten im DIY- oder Homestyle-Bereich herum.

7.) Wie bist Du eigentlich auf uns (das Feed-Magazin) aufmerksam geworden?

Durch einen Blog, natürlich! Ich weiss nicht mehr wo, aber in irgendeinem Blog habe ich von Feed gelesen. Ihr hattet damals einen kurzen Bericht über Dawanda veröffentlicht, was natürlich bei mir auf großes Interesse stieß. Endlich mal eine “Internet-Zeitschrift”, die nicht nur Männer anspricht! Toll! Daraufhin habe ich Dir, Karsten, sofort eine Email geschrieben, mit der Frage, ob ich das Magazin auch abonnieren könne, oder ob Ihr nur innerhalb Berlins ausliefert. Glücklicherweise erhielt ich eine positive Antwort und bin seitdem ein großer Fan von Euch.

8.) Standard-Abschlussfrage: Was sind Deine Pläne für die Zukunft? Hast Du Pläne für die Zukunft? Sollte man Pläne für die Zukunft haben?

Viele meiner Freundinnen beneiden mich für meinen jetzigen Status Quo, finden es klasse, dass ich von zu Hause arbeiten, dass ich meinen Job mit dem Bloggen wunderbar in Einklang bringen kann und dass ich selbstständig bin und dadurch die Möglichkeit habe, meine Zeiten (meist) selbst einteilen zu können. Ich kann Ihnen da nur zustimmen und wundere mich manchmal selbst über dieses Glück. Ich hatte nie einen Plan. Eins kam nach dem anderen. Natürlich hatte ich mir immer gewünscht, dass mein Shop und der Verkauf der Täschchen gut laufen wird und sicherlich hatte ich immer gehofft, dass mein Blog in der Blogszene gerne gelesen wird. Es war ein langer Prozess, eine Menge Arbeit und lange Nächte, in denen ich vieles versucht und ausprobiert habe. Aber, ein Plan stand eben nicht dahinter. Meine Pläne für die Zukunft sind, dass es einerseits so bleibt wie es ist, andererseits dass noch viele neue Erfahrungen und Erlebnisse dazu kommen… In der Blog- und DIY-Szene gibt es keinen Stillstand. Täglich kann man sich dort neue Inspirationen holen, die mich anregen, andere, neue Wege zu gehen, oder mal was Neues auszuprobieren. Das fängt bei der Fotobearbeitung an, geht über ein neues Buch, welches ich noch nicht kenne, bis hin zu genialen Näh- und DIY-Tipps. Lange Rede, kurzer Sinn: mein Plan ist es, mich stetig weiterzuentwickeln und Wünsche und Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Dann kommt alles von alleine. Das eine früher, das andere später!




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